Praxislernbegleiter/in

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Summary Ausbildungskonzept Praxislernbegleiter

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Ausgangslage und Problemstellung

Aus meiner Sicht und eigener Erfahrung als Berufsbildner im Automobilsektor, habe ich festgestellt, dass viele Personen welche direkt mit der Ausbildung der Lernenden involviert sind, wenig darüber wissen, wie die jugendlichen und erwachsenen Menschen lernen. Die vielen Gesprächen mit Berufsbildner/innen in meinem privaten Netzwerk, haben meine Beobachtungen bestätigt, dass in den vielen technischen Betrieben, welche Lernende ausbilden, die Berufsbildnerinnen oder die Berufsbildner oft zu weit von den Lernenden entfernt sind. In KMUs ist meistens die Chefin oder der Chef vielleicht noch die Abteilungsleitung als Berufsbildner/in tätig. In Grossbetrieben sieht es gemäss Umfrage bei den Lernenden oft noch schlimmer aus. Dort haben die Lernenden mit ihren Berufsbildner/innen nur Kontakt, wenn etwas nicht so ist, wie es sein sollte oder bei den Semestergesprächen. Das Praxiswissen wird in beiden Fällen von, ich benenne sie nun so, Praxislernbegleiter/innen vermittelt, welche keine vertieften Kenntnisse in der Arbeit mit den Jugendlichen haben.

Auch ich hatte dieses Defizit, bis ich die Berufsprüfung Ausbilder mit eidg. Fachausweis absolviert habe. Aus diesen genannten Gründen ist es mir ein Anliegen, diese Lücke zu schliessen und ich habe deshalb eine Ausbildung entwickelt, welche auf diese Bedürfnisse eingeht.

Die Personengruppen, welche die Lernenden in der Praxis ausbilden, sind in den meisten Fällen nicht vertieft darin ausgebildet

Ob eine Person als Ausbilder/in tauglich ist, wird in vielen Fällen vernachlässigt. Oft zählt nur, dass die Praxisbildner/in fachlich gute Mitarbeiter sind und diese werden viel zu selten von den Betrieben konkret in diese Richtung gefördert. Das heisst, dass die Praxisbildner/in in den wenigsten Fällen eine Ausbildung in der Pädagogik / Andragogik oder mindestens im Bereich der Methodik/Didaktik erlangt haben und deshalb ein Manko in diesem Bereich haben. Wie ticken die Jugendlichen, wie lernen sie, welche Persönlichkeiten sind sie oder welche Lernstile haben sie? Wie vermittelt man ihnen ein Lernziel oder wie ist der Gruppenprozess im neuen Team? Wie könnte man den Lernenden eine konkrete Rückmeldung geben, dass sie davon profitieren können? Dies sind alles Fragen, welche sich die Praxisbildner/in gar nicht stellen, da sie diese gar nicht kennen oder nicht wissen, wie sie vorgehen sollen. Das heisst nicht, dass alle Praxisbildner/in schlechte Ausbildner/innen sind. Ganz und gar nicht, ich kenne doch wirklich einige wundervolle Lernendebetreuer, welche dies mit Herz und Seele tun, aber manchmal einfach an ihre Grenzen kommen.

Ein klassisches Beispiel: Die Praxisbildner/in erklären den Lernenden etwas, zeigen es ihnen vor, lassen sie nachmachen und korrigieren sie. Alles hat wunderbar geklappt und auf die Nachfrage, ob sie noch Fragen haben, kommt meistens die Antwort, dass alles klar sei. Also lässt man sie alleine die Arbeit erledigen. Nach einer Weile kommen die Praxisbildner/innen und kontrollieren die Arbeit und sie müssen feststellen, dass diese nicht richtig ausgeführt wurde. Also bringen sie die nötigen Korrekturen an und erklären es nochmals. Das ganze dauert solange bis die Praxisbildner/in anders reagieren, entweder sie beschimpfen die Lernenden und erledigen es selbst oder, im besten Fall, wenden sie eine andere Ausbildungsmethode an, welche auf die Lernstile des jeweiligen Lernenden angepasst ist. Für diesen Schritt braucht es aber unbedingt das Wissen und eine Weiterbildung dazu.


Meistens höre ich auf meine Schilderung dieses Problems, dass es dafür ja die Berufsbildner/innen gebe und man dafür keine Praxisbildner/in brauche. Schliesslich sind die Berufsbildner/innen zuständig für die Ausbildung der Lernenden und jeder sollte diesen Kurs absolviert haben. Dieses Argument unterstütze ich voll und ganz. Ich gehe mit diesen Personen einig. Aber, ist es in der realen Arbeitswelt nicht eher so, dass nur eine Person im Betrieb oder in der Abteilung den Berufsbildnerkurs hat? Bilden die Berufsbildner/in auch wirklich aus, oder ist es eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter, welche die Lernenden in der Praxis ausbilden? Weshalb gibt es in den Gesundheitsberufen die Praxisbildner/innnen oder die Lernbegleiter/innnen?


In vielen Gesprächen mit anderen Berufsbildnern/innen ist hervorgestochen, dass der Berufsbildnerkurs für viele Personen, mich inbegriffen, nicht tief genug in die Materie geht. Methodik und Didaktik wird vernachlässigt, der Umgang mit den Jugendlichen wird nur kurz angeschnitten, es wird nicht auf die verschiedenen Führungsstile eingegangen, die Lernstile werden sehr kurz angeschnitten und über die verschiedenen Lerntypen wird wenig bis nichts vermittelt. Der Schwerpunkt des Kurses liegt leider nur darin, welche Verantwortung, Rechte und Pflichten man hat, sowie das Erstellen eines betrieblichen Bildungsplans.

Bei der Durchsicht des Handbuch „Betriebliche Grundbildung“ ist mir aufgefallen, dass einige gute Ansätze darin zu finden sind, aber nicht in den Kursen umgesetzt werden. Wäre es hier nicht sinnvoller, eine ergänzende Ausbildung als Praxislernbegleiter/innen zu schaffen, welche die methodischen/didaktischen Anforderungen an der Praxislernbegleiter/innen erfüllt?


Aus meiner Sicht haben die Lernenden die besten Voraussetzungen verdient, damit sie den Start in die Arbeitswelt erfolgreich starten können und so den Spass an ihrer Arbeit nicht verlieren. An diesem Punkt habe ich angesetzt und für die Berufsbildung eine neue Ausbildungsfunktion erarbeiten. Die Lernendenbetreuer/innen sollen eine methodische Weiterbildung erhalten, damit sie das nötige Fachwissen im Umgang mit den Lernenden erwerben sowie dieses auch -entsprechend umsetzen können und somit zu Praxislernbegleiter/in werden. Die Hauptaufgaben der Berufsbildner/in bleiben, sie werden jedoch durch den Praxislernbegleiter/in in der Ausbildung unterstützt. So entstehen Ausbildungsteams, welche in die gleiche Richtung arbeiten, näher bei den Lernenden sind und diesen einen optimalen Ausbildungsplatz bieten können.

Die Lernenden müssen in den Betrieben so gut wie möglich ausgebildet werden. Die Betriebe sollten alles unternehmen, dass ihre Praxislernbegleiter/innen dieser Aufgabe gewachsen sind.

Rahmenbedingungen

Der Kurs geht gesamthaft 2 Tage

·      Variante 1: 2 ganze Tage am Stück

·      Variante 2: 2 Tage mit Abstand verteilt

·      Variante 3: 4 halbe Tage jeweils alle zwei Wochen

Kursinhalt / Kursziele

·      Feedbackregeln besser anwenden und verstehen

·      Bessere Kommunikation mit den Lernenden

·      Entdeckendes Lernen in der Ausbildung fördern

·      Welche Methodik und Didaktik in der Lernendenausbildung einsetzen

·      Lernziele überprüfbar formulieren und richtig auswerten